Rumänien: Kirchen- und Gemeindeaufbau in der Diaspora
Im Vielvölkerstaat Rumänien leben Rumänen, Ungarn, Sinti und Roma, Ukrainer, Türken, Serben, Tataren, Slowaken, Russen und Deutsche. Die meisten Einwohner gehören der Rumänisch-Orthodoxen Kirche an. Nur 6,6 % der Bevölkerung sind Protestanten, sie sind aber in drei Kirchen gespalten, die durch ihre Sprachen und ihr Bekenntnis getrennt sind. Die meisten Protestanten (ca. 514.000) gehören zur ungarischsprachigen Reformierten Kirche in Rumänien, ca. 13.000 Protestanten gehören zur Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien, die von deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen geprägt ist, und ca. 32.000 Protestanten gehören zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien, die Gottesdienste auf ungarisch, deutsch, slowakisch und rumänisch feiert.
Das GAW fördert in Rumänien Projekte aller protestantischen Kirchen. Zu den Projekten, die im Jahr 2011 vom bayerischen GAW unterstützt werden, gehören die Sanierung der lutherischen Kirche in Cluj sowie der reformierten Kirche in Matei und Hilfen für die Durchführung von Gemeinschafts- und Nachbarschaftstreffen der Evangelischen Gemeinden A.B. in Mediaş.
Rumänien ist ein armes Land, auch die evangelischen Minderheitskirchen in Rumänien sind – materiell gesehen – arm. Viele Gemeinden der Evangelischen Kirche A.B. leiden auch unter einem Mitgliederschwund durch die Emigration der deutschsprachigen Bevölkerung nach Deutschland. Die evangelischen Kirchen in Rumänien haben aber mit ihrer langen Geschichte, ihren alten Kirchen und Traditionen und auch mit diakonischen Tätigkeiten in der Gegenwart einen geistigen und geistlichen Schatz, mit dem sie ihrem Land in einer schwierigen Zeit dienen können. Wir wollen ihnen dabei helfen.